Das Buch

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Wachstum schafft Wohlstand, heißt das Credo der Politik. Tatsächlich aber machen die in der heutigen Wirtschaft herrschenden Regeln von Konkurrenz und Geldfixierung tendenziell unglücklich. Was dagegen Lebenszufriedenheit schafft sind ganz andere Kriterien, wie die internationale Glücksforschung eindeutig belegt: Stabile Beziehungen, interessante Tätigkeiten und Selbstentfaltung sowie Kooperation und Mitbestimmung.

Wir beobachten eine weltweite, rasch wachsende Bewegung von Menschen, die genau diese Kriterien in den Vordergrund rücken und neue Wege des Teilens, Tauschens und Gemeinsam-Tuns ausprobieren. Nicht nur das Genossenschaftswesen erlebt einen neuen Aufschwung und Bewegungen wie „buen vivir“ in Lateinamerika breiten sich aus. Längst ist die von Programmierern entwickelte Open-Source-Idee für Software auch auf die Produktion von Gütern und in den Wissenschaftsbereich übergesprungen. Neue Formen von dezentraler Finanzorganisation entstehen ebenso wie von Bürgern organisierte Energieversorgung.

Die dezentrale und häufig mit Hilfe des Internets organisierte Glücksökonomie greift die alte Wachstumswirtschaft nicht frontal an, sondern wuchert fröhlich in sie hinein. Angetreten sind die Akteure nicht, um das herrschende System zu bekämpfen, sondern um das Wohlergehen der Beteiligten zu mehren. Indem sie eigene Regeln aufstellen, verschwenden sie ihre Kraft nicht damit, sich an übermächtigen Gegnern abzuarbeiten, sondern konzentrieren sich auf das Entwickeln des Eigenen. Genau darin liegt die Attraktivität dieses Ansatzes – und die Chance für eine Transformation.